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Geschichte

Räuchern

Einführung:
Seit etwa 10 -15 Jahren ist das Interesse an einem alten Brauch wieder erwacht, dem Räuchern. Das Räuchern als solches hat eine jahrtausendalte Tradition in allen Kulturen unserer Welt. Das Verräuchern aromatischer pflanzlicher Substanzen, ob zur Heilung von Krankheiten körperlicher oder seelischer Art, oder als Begleiter spirituell-religiöser, wie auch magischen Zeremonien, zum Schutz gegen Krankheitserreger oder nicht zuletzt auch zum Haltbarmachen von Lebensmitteln hat in jeder Gesellschaft dieser Erde seine Spuren hinterlassen. Es hat auch immer mit dem Erhalt von Leben zu tun. Ganz tief in sich spürt das jeder, der mit aromatischem Rauch in Berührung kommt.
Die Jetztzeit ist eine Zeit der Besinnung auf unsere Wurzeln, auf Traditionen, gerade im spirituellen Bereich. Räuchern ist ein uralte sehr wertvolle Tradition, die mit Sorgfalt und Hochachtung gepflegt werden sollte.
Der Rauch mit den wertvollen duftenden Hölzern und Harzen weckt auch Erinnerungen, die unter Umständen tief eingeschlossen waren und nun wieder ans Licht drängen. Bei den Einen ist Wacholderrauch etwas angenehmes, bei Anderen eher etwas was sie nicht haben müssen. Die Assoziationen sind von Mensch zu Mensch verschieden.
Überall dort, wo sich die warmen, würzigen, süss-aromatischen oder herb-holzigen Räucherdüfte entfalten, scheint die Zeit für einen Moment stehenzubleiben, Menschen halten inne in ihren mechanischen Alltagsaktivitäten und verharren einen Augenblick in der zeitlosen Gegenwart sensorischer Wahrnehmung.
Ursprünge:
• Vor ca. 3500 Jahren kannte die Babylonische Kultur bereits eine breite Palette von Duftstoffen. Zedernholz, Olibanum, Myrrhe, Galbanum, Kalmuswurzel, Myrte, Labda-
num, Zypresse und Styrax wurden von den Philosophen des Altertums erwähnt. In China und Tibet wurden schon zu Urzeiten pflanzen verräuchert und verschiedene heute noch erhältliche Mischungen wurden vor über tausend Jahren entwickelt. Die indianische Räuchertradition sieht in den Pflanzen der Kraft, wie weisser Salbei, Prariebeifuss, Wacholder und Zeder eine kosmische Präsenz, die den Menschen wieder in Kontakt mit der ganzen Natur und mit dem grossen Geist zu bringen vermag.
Allerdings lehnen viele Menschen Gerüche, die in Verbindung mit Weihrauch stehen ab. Wieso dies? Der katholische Brauch von reichlich Weihrauch (Mischungen aus: Olibanum, Myrrhe, Tolubalsam, Benzoe, Mastix, Labdanum und Drachenblut) hat hier meist von Kindheit an reichlich Wirkung gezeigt. Mit diesen Düften gehen die kirchlichen Vorstellungen wie: Sünde, Tod, Strafe, absoluter Gehorsam und ein zürnender rächender Gott einher.
Unsere Vorfahren suchten für rituelle Zwecke Höhlen auf und mit dem Feuer in der Mitte wurden Rituale durchgeführt. Man sprach über Gottheiten und Gotteserfahrungen und währenddessen verbrannte man duftende Äste und Zweige im Feuer und Iiess sich
von den Aromen in die Transzendenz hinübertragen. Im Rauch der Kräuter, Harze und Hölzer erfährt man heilige Empfindungen von der Einheit des Seins. Der Rauch ist ein Zugang zu einer grossen Wahrheit.

Das Raucherwerk
• Harze
Reine Harze sind etwas kostbares, auch wenn sie nicht so teuer sind wie man manchmal vermuten möchte. Natürlich gibt es auch hier seltenere nicht so häufige und andere in grösserem Masse vorkommende Sorten. Das ist wie bei den Aromaoelen, nur diejenigie, die das Demeter-Symbol tragen sind wirklich und ausschliesslich naturreine Oele. Wer nur nach den geringsten Preisen fragt, wird keine 100% reine Ware erhalten. Stoffe dürfen bis 10% Beimischungen enthalten um nach europaischem Recht noch als "rein" zu gelten, die einzelnen Beimischungen müssen einfach unter einer bestimmten Obergrenze liegen. Nehmen wir das Beispiel von schweizerischem Apfelsaft. Trotz einer Beigabe von 10% Birnenanteil darf er immer noch unter dem Namen Apfelsaft verkauft werden. Bei den Harzen sieht man allerdings schnell, wenn ein Harz nicht so homogen aussieht wie es sollte. Auch hier gelten ethische Regeln. Wer das billigste einkauft, was es gibt zeigt, dass er nicht bereit ist der "Göttergabe" Räucherwerk den Respekt zukommen zu lassen der ihm gebührt, er will der spirituellen Welt nichts Wertvolles zukommen lassen, sondern nur das billigste und erwartet dann dafür volle Segnung. Kann irgendwie nicht aufgehen, oder? Selbstverständlich ist es Menschen die in Armut leben erlaubt, billiges Räucherwerk zu verwenden. In den indischen Tempeln wird dies von armen Menschen auch erwartet. Jeder gibt was er hat und empfangt an hand seines Einsatzes.

Unter den Harzen finden wir einige beruhmte Stoffe wie;
- Weihrauch
- Myrrhe
- Copal
- Bernstein
- Benzoe
- Dammar
- Guggul
und viele andere


• Raucherstäbchen
Bei den Räucherstäbchen scheiden sich die Geister. Einige lehnen sie als Fertigware ab, andere schwören auf sie. Es gibt sie in so vielen Varianten, dass man hier nicht alle aufzählen kann. Ganz besonders bei den Stabchen gilt: Je günstiger, desto weniger Naturrein. Die als Holy-Smokes bekannten Stabchen der Firma Berk sind zu empfehlen. Jedoch ist auch hier anzumerken, dass die teurere Masala -Linie nach alter Tradition hergestellt wird, wahrend die Blue-Linie vermutlich im maschinellen Tauchverfahren hergestellt werden.
Indien: Die Stäbchen die aus Indien kommen (Agharbatis) sind fast alle sehr günstig und deshalb auch alles andere als Naturbelassen. Hier weiss man, je billiger, desto minderwertiger ist die Ware. Hochwertige indische Räucherstäbchen schaffen kaum den Weg in unsere Breiten. Manchmal ist der Räucherstoff (unter anderem Sägemehl mit künstliche Aromen) mittels Klebstoff am Bambusstiel befestigt, was höchstens eine Schädigung der Lunge bewirkt, wenn schon nichts anderes.
Tibet: Echte tibetische Stäbchen zeichnen sich dadurch aus, dass ihnen das Stützholz fehlt.
Sie sind äusserst hochwertig und werden meist in Nepal durch Flüchtlinge aus Tibet handgerollt. Die Tara Incense Sticks, wie auch auch die Agar 35 sind aus 31 resp. 35 verschiedenen Kräutern aus dem Himalaja hergestellt. Für westliche Nasen riechen sie ein bisschen aufdringlich, die Wirkung ist allerdings unbestritten.
Japan: Japan ist eine Hochburg der besten und teuersten Räucherstäbchen. Dort hat sich der Räucherkult bis ins Detail ausgefeilt und bis heute erhalten. Wie auch die Teezeremonie gibt es eine Räucherzeremonie. Da uns aber der religiöse Hintergrund des Zen-fehlt und auch die entsprechende Geduld, dem Duft zu lauschen, werden sie bei uns weniger gebraucht.
Amerika: Hier unterscheiden wir zwischen Nord- und Südamerika. Im Norden, bei den "Indianern" werden die Kräuter der Kraft vor allem in sogenannten Smudge - Sticks verräuchert. Dies sind Kräuterbündel, die aus einer oder mehreren Pflanzen bestehen. Meist werden dazu White Sage, Desert Sage, Western Cedar, bisweilen auch Sweetgrass genommen. In heiligen Zeremonien werden die Bündel vorne angezündet, geräuchert und wieder ausgelöscht. Alles mit grosser Ehrfurcht vor dem Schöpfer der Erde.
Im Süden werden eher wieder Harze verräuchert. Weisser, schwarzer oder Manilacopal sind bekannte Harze aus jener Gegend. Auch hier wird der weissen Salbei schützende Wirkung nachgesagt, genau so wie im Norden. Agua de Florida ist eine Beigabe, die das Räucherwerk aus Südamerika sehr wertvoll macht.

Kräuter, Blüten, Blätter und Hölzer
Das ist die grösste Familie des Räucherwerks. Unzählige Wurzeln, Kräuter etc. können zum Räuchern verwendet werden. Auch hier gilt: absolut gute und reine Pflanzen gibt es nur als Bio und Demeter-Qualität. Oder aber - und hier kommt ein Geheimnis - die besten Räucherpflanzen sind die selbst gesammelten. Unsere Wälder, Felder und Berge, Seen und Flussufer bieten eine Vielzahl von Räucherstoffen, welche gleichzeitig auch für uns sehr wirksam sind, da sie in unseren Breitengraden wachsen und zu unserer Kultur gehören.
Zu diesen Pflanzen gehören unter vielen anderen:
- Kamille
- Alant
- Engelswurz
- Beifuss
- Salbei
- Lavendel
- Rosenbluten
- Minze
- viele andere wohlriechende Kräuter und Hölzer wie:
- Eichenrinde
- Weidenrinde
- Eichenmoos
- Farn
- Birkenrinde
-etc. etc.

Wichtig: Auch hier gehört Respekt gegenüber der Natur zu dem Prozess des Sammelns, Trocknens und Räucherns. Ich reisse niemals, aber auch niemals einfach so BIüten oder Blatter von einer Pflanze ab. Genauso wenig grabe ich einfach die Wurzeln aus.

Bräuche und Traditionen:
Wir gehen hier nochmals auf die einzelnen traditionellen Gebiete ein, wie wir sie schon beim Räucherwerk beschrieben haben. Die folgende Aufzählung ist von Thomas Kinkeaus seinem Buch über spirituelles Räuchern entnommen worden. Sie ist kurz und prägnant und eine der besten Zusammenfassungen, die es gibt.
Indien
Räuchern öffnet blockierte Bereiche und unterstützt den energetischen Ausgleich
Als die "Mutter der Dufte" wird Indien bezeichnet. Dieser Subkontinent mit vielschichtiger kultureller Tradition und grosser Bedeutung für die Menschheitsentwicklung bietet mit seinen klimatischen Voraussetzungen zwischen dem 8. und 35. Breitengrad auch einem ungeheuer grossen Spektrum aromatischer Pflanzen eine Heimstatt. Dementsprechend ist das Wissen um Liebes-, Heil- und Transformader Düfte dort auch besonders gross, und die Überlieferung von Rezepturen und heilkräftiger Anwendung durch die vedischen Lehren geht bis in das 6. Jahrhundert v. Chr. zurück.
Sicherlich kommt dem weissen Sandelholz die grösste Bedeutung zu, da es seit ältesten Zeiten der wichtigste aromatische Duftstoff Indiens ist und weltweit als begehrtes Handelsgut bis zum heutigen Tage angesehen wird. Im Kamasutra, dem Werk der Liebeskunst, wird der Gebrauch von Räucherstoffen ebenso zur Unterstützung einer nach Erfüllung strebenden Zweisamkeit empfohlen.
Die sinnliche Erfahrung, dem religiösen Denken und Handeln gleichgestellt, dient der Harmonisierung innerhalb der Schöpfung und verwirklicht so das göttliche Prinzip. Die Heilanwendungen mit Räucherungen zu begleiten, hat seinen traditionellen Platz in der ayurvedischen Medizin. Es ist ein geeignetes Mittel, den Ausgleich der Doshas (der elementare Kräftehaushalt in der menschlichen Persönlichkeit) zu bewirken.

Tibet
In der tibetischen Medizin wird geräuchert, um die Macht der geistigen Gifte zu brechen
Das "Dach der Welt", wie das tibetische Hochland bezeichnet wird, ist eine GrenzzoDas lrdische und das Geistige begegnen sich hier in gleicherweise, wie Himmel und Erde dem Betrachter in einem dramatischen Panorama dargeboten werden. Nicht umsonst wird das gewaltige Gebirgsmassiv des Himalaya von den Tibetern als der "Sitz der Gatter" angesehen. Das Hochland ist auch eine klimatische Grenzzone zwischen den völlig unterschiedlichen Lebensräumen des eurasischen Kontinents . und dem indischen Subkontinent. Infolge dieser extremen Lage, finden wir in dieser Region selbst unterschiedlichste klimatische Enklaven, die einer ausserordentlichen Vielfalt an Pflanzenarten einen Lebensraum bieten. Diese sehr speziellen Voraussethaben eine Flora von besonderer Vitalitat hervorgebracht.
Der spirituelle Gebrauch aromatischer Pflanzen durch das Verräuchern hat dort eine dementsprechend tiefgreifende Tradition im Leben der Menschen. Wacholder, Zeder, Rhododendron, Galgant- und Kostuswurzel gehören zu den wichtigsten Arten. Die klare und reine Atmosphäre dieser Hochebene hat von jeher die Menschen dort nach ihrem innersten Wesen suchen lassen und spirituell hochstehende Menschen haben sich in abgelegenste Einsiedeleien zurückgezogen, um an ihrer geistig-seelischen Vervollkommnung zu arbeiten.
Der Buddhismus hat in ganz besonderer Weise das tägliche Leben der Tibeter mit Sinn gefüllt und eine starke spirituelle Praxis begründet, die das Klosterleben eng mit der Gemeinschaft verbunden hat, so dass ein wunderbares Beispiel gelebter Spiritualität eiganzen Volkes entstehen konnte. Der tägliche Gebrauch von Raucherwerk ist praktischer Bestandteil dieser Lebensweise, um in Kontakt mit den höheren Ebenen des Seins und damit des Göttlichen treten zu können.
Die tibetische Medizin geht vom unmittelbaren Zusammenhang physischer Probleme mit psychisch-seelischen Disharmonien aus. Diese Störungen wiederum werden auf geistige Fehleinstellungen zurückgeführt. Irreführende Gedanken und Glaubenssatze über uns selbst werden als Ursache von Schwermut, Angst, Unsicherheit, Hass, Neid, Missgunst und Unfrieden betrachtet. Die dadurch aus dem Gleichgewicht gebrachte menschliche Psyche lasst in der Folge Krankheiten des Körpers entstehen.
Japan
Die spirituelle Verwendung zielt auf die geistige Präsenz und Achtsamkeit
Der Zen Buddhismus brachte bereits im 6. Jahrhundert das Rauchern von China über Korea nach Japan, wo es bis zum heutigen Tage in unterschiedlicher, aber durchweg sehr edler und feiner Form erhalten geblieben ist. "Dem Duft lauschen" so wird in Japan vom Raucherweg Koh-Do gesprochen, und ein besonders sensibler Rahmen wird für solcherart Raucherzeremonie geschaffen. Man unterscheidet sakrale (sonae) und pro(soradake) Verwendung von Räucherwerk.
Mit Hilfe des aromatischen Duftes der Unwissenheit zu entfliehen, ist Grundlage der zeremoniellen Anwendung. Reinigung der Seele und Beruhigung des Geistes sind posiWirkungsweisen, die nach buddhistischer Auffassung dem Raucherwerk zugeschrieben werden können.
Aber auch der profane Umgang mit Raucherstoffen hat einen hohen Standard und wird ebenso lehrreich wie spielerisch betrieben, indem auf zeremonielle Art und Weidie Duftschale herumgereicht wird, wahrend man dem Dufteindruck Geschichten und Gedichte widmet. Naturschauspiel und Jahreszeiten werden mit feiner Empfindung für Harmonie und Ästhetik mit Dufteindrucken in Zusammenhang ge
Räucherstoffe wie Adlerholz, finkoh genannt, Sandelholz, Sternanis, Zimt, Kampfer, Gewürznelke und Moschuskörner sind traditionell verwendete Substanzen, die grössten-teils importiert werden. Es hat sich bis zum heutigen Tage die Herstellung feinster Raucherwaren in Japan erhalten und es gibt dort traditionsreiche Unternehmen. die auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblicken können. Welt
Es gibt einen einzigartigen unmittelbaren Zustand der Seele:
Reinheit arabisch-osmanische Welt war immer von sinnlich-würzigen Duftwolken begleitet. die bereits Shakespeare von "allen Wohlgerüchen Arabiens" schwärmen liessen. Für die Muslime war und ist der Gebrauch wohlriechender Rauchschwaden mehr als in jeanderen Tradition mit Sinnesfreuden und mystischem Erleben zugleich verbunden. Wenn bei den Sufis von inniger Sinnlichkeit gesprochen wird. dann ist damit das Mysterium der Liebe. als eine zutiefst göttliche Erfahrung. gemeint. Die Freude an duftbetonten Sinnesreizen liess auch eine hochentwickelte Räucherkultur entstehen. Weihrauch als das männliche und Myrrhe als weibliches Element bildete, neben einer Vielzahl weiterer Stoffe wie Rosenbluten. Zimt. Adlerholz. Benzoe. SanKoriander. Mastix, Sandarak. Narde etc .• die Grundlage für eine unbegrenzte Palette von Rezepturen und Zubereitungsweisen für Raucherspezereien. Durch ein ausgeprägtes Handelswesen auf dem Lande wie auf dem Wasser waren die Kontakte zu den unerschöpflichen Ressourcen Indiens für Araber, Türken und allen zwischen ihnen Iiegenden Volksgruppen gleichermassen sichergestellt, als eine nie versiegende Quelle so ziemlich aller Duftstoffe. derer das Herz begehren konnte. Die Weihrauchals eine der ältesten Welthandelsstrassen. leitete die Karawanen durch die Wüste vom Golf von Aden bis an das Mittelmeer und versorgte die Menschen vom Maghreb bis zum Kaukasus mit dem kostbaren Rauchergut. Insbesondere das Harz der Weihrauchbaume, Olibanum genannt, stammte hauptsachlich aus dem sagenumPunt (im Bereich des heutigen Jemen). Er gedieh im Weihrauchgürtel, einem steinigen Gelände von ca. 15 km am Rande der Wuste und mit weniger als 100 mm Regen im Jahresdurchschnitt. Die Verwendung des Weihrauchs hat in den verschiedensten Bereichen des täglichen Lebens Bedeutung und reicht von der simpkörperlichen Reinigung (Waschungen mit Rauch) bis zu Austreibungsritualen bei Besessenheit. Trance- und Liebesrituale mit Rauch. um in natürliche, integrierte Zustande in Gemeinschaft und Ehe zurückzufinden. sind bis heute in der islamischen Welt gängige Praxis. Auch bei gesellschaftlichen Anlassen wie Hochzeit, Begräbnis oder anderen religiösen Anlassen ist das Rauchern immer als wichtiges Element zu
Bei den Nomadenstammen der Wuste ist es selbstverständlich. ankommende Gaste vor Eintritt in das Haus gründlich zu beräuchern und damit eine Atmosphäre der Sauund Nahe für eine gute Begegnung zu schaffen. Welt Geschichte des Räucherns in der christlichen Religion ist eher widersprüchlich und wird bis zur heutigen Zeit kontrovers beurteilt. Wahrend es zu früher Zeit als ein heidnischer Brauch zurückgewiesen wurde. bekam es im Zuge der sich ausweitenden liturgischen und zeremoniellen Abläufe des etablierten kirchlichen Systems einen grosseren Stellenwert. Zu tief waren die Bedürfnisse der Menschen mit dieser kultischen Form verbunden, religiöse Feierlichkeit zu begleiten. Es konnte von der Kirche nicht igwerden.
Die zwiespältige Haltung kann heute noch im Christentum beobachtet werden. Obwohl die katholische Messe den Weihrauch als fest etablierten Teil ihrer Zeremonie kräftig verräuchert. finden wir viele Menschen. die ausserst ablehnend bis hochgradig allerauf diesen Duft reagieren. In der Regel sind diese Menschen katholischer Herkunft und ihre vehemente Reaktion scheint unangenehme Kindheitserfahrungen mit diesem Medium widerzuspiegeln.
Die protestantische Kirche hat sich gänzlich von diesem Brauch distanziert.
Der typische Kirchenweihrauch. in Form kleiner Kugelchen und auch in grün, rot. gelb. braun, schwarz und Gold eingefärbt. wird normalerweise nach besonderen Rezepturen aus Olibanum, Myrrhe, .Benzoe, Tolubalsam, Mastix, Labdanum und Drachenblut hergestellt. Der farblge Überzug besteht aus Bienenwachs und Natur

Griechenland
Die Planeten weisen den Weg zur Vervollkommnung
Die griechische Antike seit 1000 v. Chr. und insbesondere die minoische Tradition ist reich an aromatischen Pflanzenstoffen und berichtet yon vielfältigen VerwendungsforBesonders interessant ist die Verbindung der Götterwelt mit aromatischen Pflanzendüften.
Bei keiner Feier durften die Räucherdüfte als Einladung an die Götter fehlen, dem fröhTreiben beizuwohnen. Ein starker Einfluss auf die frühgriechische Räucherkultur kam wohl durch das minoische Reich yon der Insel Kreta, die selbst eine Fülle aromatischer Stoffe wie Thymian, Lavendel, Mastix, Koriander, Wacholderbeeren, Galbanum, Anis, Fenchel, Lorbeer, Dictam, Quitte, Rosmarin und Majoran zu bieten hatte. Mit Labdanum, dem wachsartigen Harz der Cistrose, pflegten die minoischen Frauen bereits bei ihrer Morgentoilette zu räuchern, und es ist schon immer eine der beliebtesten Ingredienzien in Duftmischungen gewesen. Die reichhaltige Pflanzendieser Insel liess sie in früherer Zeit dem Paradies gleich erscheinen. Schon früh brachten die Handelsflotten der Phönizier auch Weihrauch und Myrrhe aus dem benachbarten Arabien auf diese duftschwangere Insel der Heiterkeit. Ais Brückenin die arabische Duftwelt diente Kreta natürlich auch für Griechenland. Erst um Christi Geburt herum öffnete sich Griechenland ganz der arabischen Duftkultur und ergab sich in der Foige in hochgeistiger und philosophischer Betrachtung des "göttliWohlgeruchs". So wurden die verschiedenen psychisch-seelischen Wirkungsweisen der Aromastoffe bald mit bestimmten Gottergestalten in Zusammenhang gebracht. So wurde zum Beispiel der Lorbeer dem Apollon zugeund bei berühmten Ritualen, wie die Fruchtbarkeitsfeier der Eleusinischen Mysterien zu Ehren der Göttin Demeter, wurde intensivst geräuchert, um den Kontakt zu der Welt des Göttlichen herzustellen. Nach den Feldzügen Alexanders des Grossen kam die Duftkultur Griechenlands zu ihrer Hochblüte. Grosse Namen
wie Theophrast, Phytagoras, Plinius und Hippokrates können mit Aussagen Ober Heil- und Transformationskraft yon Pflanzenräucherungen in Zusammenhang gewerden. Insbesondere astrologische und planetarisch-archetypische Zuordnungen sowie darauf aufbauende Kompositionen verschiedener
Raucherstoffe entstanden aus der Verbindung babylonischer Astrologie mit der grieMythologie und haben sehr alte Wurzeln.
Indianische Tradition
Manitonquat "Medicine Story" sagt: "Wir müssen unsere eigenen Rituale schaffen"
Unter den indianischen Volksstammen Nord-, Mittel- und Südamerikas finden wir die Räucherung als ein bestimmendes Ritual in Kulten und Zeremonien zur Vertiefung
der natürlichen Gemeinschaft allen Lebens. In Nordamerika ist die Verbundenheit zwiallen Lebensformen als Teil einer gr6Beren Einheit die Grundlage der indianischen Weltsicht und ihrer Mythologie. Es ist kaum verwunderlich, dass auf diesem Hintergrund diese Tradition auch einen stark entwickelten Raucherkult vorzuhat. Mit den innersten Kräften der Natur respektvoll in Kontakt zu kommen, ist das edelste Ziel der Verräucherung yon "Kraftpflanzen" wie Weisser Salbei, Wüstenbeifuss, Sweetgrass, Wacholder- oder Zedernspitzen. Sie schenken Reinheit, Kraft, Harmonie, Klarheit oder Vision en in dem Masse, wie der Mensch sich ihnen achtund liebevoll mit dem aufrichtigen Wunsch nach Verwirklichung dieser Qualitäten nähert. Die Schönheit der Mutter Erde im Auge, die Liebe zu ihr im Herzen und das Handeln zum Wohle ihres Bestandes gehört in der indianischen Tradition Nordamerikas zum höchsten Gut, das es zu erhalten gilt. Dieses Streben wird yon den aromatischen Pflanzen unterstützt, so dass bei Zusammenkünften aller Art wie RatsverSchwitzhütten, zeremoniellen Tanzen wie dem Sonnentanz, bei der Visionssuche und allen Heilungsritualen stets auch der duftende Rauch verwendet wird.
In den Hochkulturen der Azteken, Inkas und Mayas in Mittel- und Südamerika, zwiund n. Chr., gab es eine Naturmedizin, die auf bis zu verschiedenen Heilpflanzen aufbaute. Im Papal Vuh, dem Weisheitsbuch der Mayas, kann man einiges darüber erfahren.
Räucherzeremonien auf sakraler Grundlage wurden zu Heilzwecken eingesetzt, und den aromatischen Pflanzen, wie verschiedene Kopal-Harze, Wahrsagesalbei und Traumkraut sowie umfangreiche Kräuterrezepturen aus göttlicher Quelle, wurden auKräfte zugeschrieben. Auch heute noch werden Traumarbeit und Trancezustande durch Raucherrituale eingeleitet, um an das Wesen der Dinge zu gelangen. In den Werken yon Carlos Castaneda, der seine Erfahrungen mit dem SchaDon Juan in der mexikanischen Wildnis beschrieben hat, findet man immer wieder Gebrauch yon Räucherungen auf dem Pfad in eine andere Wirklichkeit. Das Ziel dieser Erfahrung ist immer, die Begrenzung der materiellen Weltsicht zu Oberwin


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