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Schamanische Reisen

Schamanismus

Schamanismus - Weg der unmittelbaren Erfahrung

Der Schamanismus ist der älteste bekannte spirituelle Praxis der Menschengeschichte. Er reicht Zehntausende von Jahren zurück. Obwohl der Begriff "Schamane" sibirischer Herkunft ist, wurde der Schamanismus auch in Asien, Europa, Afrika, Australien, Grönland sowie auf dem gesamten amerikanischen Kontinent praktiziert. Die Tatsache, dass dieser Weg mehrere zehntausend Jahre überlebt hat und heute noch existiert, zeigt, wie machtvoll diese Arbeit letztlich ist.
Eine der schönsten Seiten des schamanischen Reisens ist die Tatsache, dass wir unmittelbare Einsichten erhalten. Die Technik des schamanischen Reisens hilft uns, die Schleier zwischen der sichtbaren und nicht-sichtbaren Welt zu durchtrennen und Informationen zu erlangen, die uns auf unserem Weg zu mehr Ganzheitlichkeit unterstützen. Schamanen sind Männer oder Frauen, die direkt mit der Welt der Geister in Verbindung treten, um die geistige Seite einer Krankheit zu heilen, verlorene Seelenanteile zurückbringen, wichtige Informationen zu erhalten, den Geistern Verstorbener beim Übergang zu helfen und Zeremonien und Rituale für die Gemeinschaft zu veranstalten. Schamanen erfüllen in der Stammesgemeinschaft eine Vielzahl von Funktionen. Sie sind Heiler, Ärzte, Priester, Psychotherapeuten, Mystiker und Geschichtenerzähler zugleich.

Die traditionelle Rolle des Schamanen

Traditionell richtet sich die Arbeit des Schamanen auf die Erzielung praktischer Ergebnisse. In den traditionellen schamanischen Kulturen wurde die Rolle des Schamanen entweder von einer einzigen oder von mehreren Personen ausgeübt. Der Schamane wurde von Jägern und Sammler des Stammes befragt, wo sie nach Nahrung suchen sollten. Wenn er nicht in der Lage war, Nahrungsquellen ausfindig zu machen, konnte der ganze Stamm nicht überleben. Ausserdem oblag dem Schamanen die Heilung der Stammesmitglieder. Auch hier hing also die Überlebensfähigkeit des Stammes von den Kräften des Schamanen ab.
Der Schamanismus lehrt uns, dass alles Existierende lebendig ist und einen eigenen Geist besitzt. Wir sind mit der Erde und allen lebenden Organismen durch ein geistiges Netz verknüpft. Ebenso wie die Quantenphysik vom Vorhandenseins eines Energiefelds ausgeht, das alles Leben umfasst, so spricht auch der Schamane vom Netz des Lebens, das alles miteinander verbindet. In unserer modernen Gesellschaft sehnen sich viele Menschen danach, diese Verbundenheit mit dem Netz des Lebens wieder zu spüren und so die allgemein herrschende Isolation zu durchbrechen.
Wenn wir in die nicht-alltägliche Wirklichkeit reisen, lernen wir, mit dem Geist der Bäume, Gräser und Blumen zu sprechen, mit Felsen und Tieren wie Insekten, Vögeln, Fischen oder Reptilien, aber auch mit dem Geist der Elemente wie Wasser, Erde, Feuer und Luft. Wir erfahren das Netz des Lebens unmittelbar.

Rhythmen und Zyklen

Da wir ein Teil der Natur sind, haben wir ein tief verwurzeltes Bedürfniss, uns von neuem mit den Rhythmen und Zyklen unserer Umwelt zu verbinden. Stellen Sie sich nur vor, wie anstrengend es ist, jeden Tag Ihres Lebens gegen den Strom zu schwimmen. Doch wir haben uns tatsächlich von den Zyklen des Mondes und der Jahreszeiten abgekoppelt und schwimmen sehr häufig gegen den Strom des Lebens an. Ich glaube, dass dies einer der Gründe ist, weshalb Krankheiten wie chronische Erschöpfung, Depressionen und andere körperliche und seelische Probleme sich in unserer Gesellschaft so epidemisch ausbreiten. Die Hilfsgeister sind in der Lage, uns zu sagen, wie wir unser Leben wieder ausbalancieren können, indem wir uns auf die Rhythmen der Natur einlassen und im Einklang mit ihnen leben.
Der Schamanismus kennt eine Reihe von Ritualen zur Arbeit mit den Zyklen der Natur und unseres eigenen Lebens. Wir lernen, die Zeichen zu lesen und unsere Träume zu deuten. All dies schenkt uns tief greifende Einsichten, Kraft und Heilung. Der Schamanismus lehrt uns, welchen Wert eine regelmässige spirituelle Praxis hat und welch tiefer Sinn im Dienst an den Mitmenschen liegt, wodurch unser Leben eine neue Bedeutsamkeit erhält. Und schliesslich vermittelt uns der Schamanismus Zugang zu jenen machtvollen Kräften, die uns erlauben, die Welt zu schaffen, in der wir leben wollen, und zwar nicht nur für uns, sondern auch für andere Menschen.

Die drei Welten

Das Schamanische Weltbild geht davon aus, dass es neben der physischen Welt noch eine unsichtbare Wirklichkeit gibt, in die man beim schamanischen Reisen eintaucht. Die keltische Tradition nennt diese Realität die "Anderswelt" die australischen Aborigines bezeichnen sie als "Traumzeit". In vielen schamanischen Überlieferungen wird diese Welt als dreigeteilte dargestellt. Es gibt eine Untere Welt, eine Obere Welt und eine Mittlere Welt. Jede dieser Welten hat eigene Charakteristika. Dazu gehören bestimmte Formen des Zugangs oder eine klar erkennbare landschafftliche Beschaffenheit.


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